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Azoren Vulkanismus

Entstehung der Azoren durch tektonische Bewegungen und Hot Spots

Geografische Lage & Geotektonik der Azoren


Die Azoren, ein Archipel mitten im Atlantik, bestehen aus neun Inseln, die auf einer markanten Unterwasserplattform entstanden sind. Sie liegen an einem geologischen Treffpunkt, wo die tektonischen Platten von Nordamerika, Eurasien und Afrika aufeinandertreffen.

Hauptstrukturen und Vulkanismus Das Gebiet wird von vier Hauptstrukturen bestimmt:

  • Der Mittelatlantische Rücken trennt die Nordamerikanische von der Eurasischen und Afrikanischen Platte.
  • Der Terceira-Rift markiert die Grenze innerhalb der Europäischen und der Afrikanischen Platte und ist durch Unterwasserbecken und Rücken charakterisiert.

Lage der Azoren auf den tektonischen Platten


Die westlichsten Inseln Flores und Corvo stehen auf der Nordamerikanischen Platte, während die übrigen sieben Inseln auf der Eurasischen oder Afrikanischen Platte liegen. 

Diese Plattenbewegungen haben zur Bildung des vulkanischen Archipels beigetragen.

die 9 Azoren Inseln auf den tektonischen Platten
die 9 Azoren Inseln auf den tektonischen Platten

Die Insel auf der Karte:

  1. Corvo
  2. Flores
  3. Faial
  4. Pico
  5. Sao Jorge
  6. Graciosa
  7. Sao Miguel
  8. Santa Maria

Der Mittelatlantische Rücken



Der Mittelatlantische Rücken ist eine fast durchgehend unterseeische Gebirgskette, die sich in Nord-Süd-Richtung durch den gesamten Atlantischen Ozean zieht, von der Arktis bis hinunter in den Südatlantik nahe der Antarktis. Er erstreckt sich über eine Länge von mehr als 16.000 Kilometern und stellt die längste Gebirgskette der Erde dar. Der Rücken ist Teil eines globalen Systems und spielt eine entscheidende Rolle bei der Plattentektonik, einem Prozess, der die Bewegung der Lithosphärenplatten der Erde beschreibt. 

Der Mittelatlantische Rücken markiert die Grenze zwischen zwei tektonischen Platten: der Nordamerikanischen Platte im Westen und der Eurasischen sowie der Afrikanischen Platte im Osten. Hier steigt Magma aus dem Erdmantel auf, welches nach dem Austritt am Meeresboden erstarrt und neue ozeanische Kruste bildet. Dieser Prozess wird als seafloor spreading, also Meeresboden-Spreizung, bezeichnet. Da neues Material hinzukommt, werden die Platten auseinandergedrückt, was dazu führt, dass der Atlantik langsam breiter wird.

Entlang des Mittelatlantischen Rückens gibt es viele aktive Vulkane, die zu dieser Neubildung von Kruste beitragen. Außerdem kommt es zu Erdbeben, die durch die Bewegungen der Platten entstehen. Beeindruckenderweise tritt der Mittelatlantische Rücken an einigen Stellen auf den Landmassen zutage, wie zum Beispiel in Island, wo man die Auswirkungen der Plattenbewegungen direkt an der Erdoberfläche beobachten kann.


Die Azoren sind die Gipfel eines Unterwasser liegenden Gebirgssystems

Der Mittelatlantische Rücken ist also ein gigantisches untermeerisches Gebirgssystem, das sich in nord-südlicher Richtung durch den gesamten Atlantik erstreckt, es birgt an bestimmten Stellen Inseln und Inselgruppen. Diese erheben sich als die höchsten Gipfel des Rückens aus dem Meer. Auf der Nordhalbkugel im Bereich des Nordatlantischen Rückens finden sich bedeutende Beispiele für solche Inseln: So gehören etwa die Azoren zu Portugal, wo der Vulkan Pico Alto, auf der Insel Pico mit einer Höhe von 2351 Metern die höchste Erhebung des gesamten Mittelatlantischen Rückens repräsentiert. 

Das Terceira-Rift  und die Hotspots 


Der Terceira-Rift ( bei der Azoren Insel Terceira)ist es eine Art Nahtstelle in der Erdkruste, an der tektonische Platten auseinanderdriften, was zu einer Ausdehnung und Dünnung der Erdkruste führt. 

Der Terceira-Rift ist ein Bereich, an dem die Eurasische und die Afrikanische Platte auseinanderbewegen. Dieser Prozess führt dazu, dass Magma (geschmolzenes Gestein) aus tieferen Schichten der Erde aufsteigen kann, weil die Erdkruste dünner und Risse vorhanden sind. Wenn dieses Magma die Oberfläche erreicht und austritt, wird es zu Lava und es entstehen neue Gesteine, die zur Bildung von Inseln oder untermeerischen Bergen beitragen können.

Im Falle der Azoren hat die Aktivität am Terceira-Rift und die Nähe zu Hotspots, wo besonders viel Magma aufsteigt, zur Bildung der Inseln geführt. Durch diese anhaltenden geologischen Prozesse ist der Terceira-Rift auch eine Zone, in der es häufig zu Erdbeben kommt, da sich die Erdplatten hier fortlaufend bewegen.

Einfach ausgedrückt ist der Terceira-Rift also eine Unterwasser-Gebirgsregion im Atlantik, wo die Erdplatten auseinanderziehen und wo diese Bewegungen zur Entstehung der Azoren-Inseln beigetragen haben.


Der Vulkanismus, der zur Bildung des Azoren-Archipels geführt hat, konzentrierte sich entlang Terceira-Riffts seit mindestens 5,5 Millionen Jahren.

Die Entstehung von Vulkanen und Inseln


Ein Hotspot ist ein Gebiet in der Erdkruste, das besonders heiß ist und aus dem Magma vom Erdmantel zur Oberfläche gelangt. Stellen Sie sich das wie einen festen Ort tief im Erdinneren vor, an dem Wärme und geschmolzenes Gestein – also Magma – aufsteigen und durch die Erdkruste brechen können.

Anders als die Tätigkeit an den Rändern von tektonischen Platten, die meist Erdbeben und Vulkanismus verursacht und die sich entlang von Linien wie dem Mittelatlantischen Rücken befindet, bleiben Hotspots relativ an derselben Stelle. Die Erdoberfläche darüber bewegt sich jedoch durch die Plattenbewegung langsam weiter.

Wenn eine tektonische Platte über einen solchen Hotspot hinwegwandert, kann das aufsteigende Magma durch die Kruste brechen und Vulkanausbrüche verursachen. Mit der Zeit können diese Ausbrüche zu Vulkaninseln führen.  Jede Insel repräsentiert dabei einen anderen Abschnitt in der Geschichte des Hotspots.

Zusammengefasst sind Hotspots also Stellen tief im Erdinneren, an denen große Wärme nach oben dringt, die Vulkane und Inseln erzeugen kann, während die Erdoberfläche sich darüber hinwegbewegt.


Die Azoren sind also über einen Hotspot im Erdmantel entstanden, der als der Azoren-Hotspot bekannt ist. Dieser Hotspot ist für die vulkanische Aktivität der gesamten Inselgruppe verantwortlich. Im Gegensatz zu anderen Orten auf der Welt, die durch einzelne Hotspots geprägt sind, wie zum Beispiel Hawaii, betrachtet man den Hotspot in den Azoren als ein breiteres Phänomen, aufgrund dessen die gesamte Region vulkanisch aktiv ist.

Einige spezifische Orte in den Azoren, die auf die Aktivität des Hotspots hindeuten, sind beispielsweise:

1. Insel São Miguel: Hier finden sich drei große Vulkanzentren – Sete Cidades, Fogo und Furnas –, die aktiven und historischen Vulkanismus zeigen.

2. Insel Faial:  Der Capelinhos-Vulkan, der 1957-58 ausbrach, ist ein weiteres Beispiel für die vulkanische Aktivität, die vom Hotspot beeinflusst wird.

Die Azoren selbst bestehen aus mehreren Vulkanen, die entlang von tektonischen Strukturen wie dem Terceira-Rift angesiedelt sind. Der Hotspot, der mit diesen Strukturen interagiert, führt zu wiederkehrender vulkanischer und seismischer Tätigkeit in der Region. Da sich die exakte Lage eines Hotspots unter der Erdoberfläche befindet und nicht direkt sichtbar ist, werden die oben auf der Inselkette zu findenden vulkanischen Zentren und die vulkanische Aktivität als Indikatoren für die Position des Hotspots genutzt.