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 Portugal Geheimtipp

Das Fort von Alemida


Das Fort von Almeida befindet sich im nordöstlichen Teil Portugals und liegt rund 300 Kilometer nordöstlich von Lissabon und etwa 200 Kilometer östlich von Coimbra entfernt. Das Gebiet um das Fort weist kontinentales Klima auf, mit heißen Sommern und kalten Wintern, was auf die erhöhte Lage innerhalb der iberischen Hochebene zurückzuführen ist.

Geographisch ist das Fort in der Region Beira Interior Norte angesiedelt, die sich durch ihre Hochebene und die Nähe zur spanischen Grenze auszeichnet. Die Bevölkerung in der Kleinstadt Almeida, in der sich das Fort befindet, zählt unter 1300 Einwohner, eine Zahl, die die Ruhe und Abgeschiedenheit der Gegend widerspiegelt.

Das Fort von Almeida, ursprünglich im 12. Jahrhundert als Burg gegründet, ist eine der am besten erhaltenen Festungsanlagen in Portugal. Es spielte im Verlauf seiner Geschichte, insbesondere während der Napoleonischen Kriege, eine wichtige Rolle. Im Jahre 1810 wurde es während der Belagerung von Almeida stark beschädigt, jedoch später wieder aufgebaut. Das Sternfort ist für seine Bastionen und tiefen Gräben bekannt, die einst Schutz vor Eroberern bieten sollten.

Die gut erhaltenen Bastionen von Almeida können heute besichtigt werden. Innerhalb der Anlage befinden sich bemerkenswerte Gebäude, darunter die Kaserne der Eskadronen, die Grundmauern der alten Burg, das Gasthaus, das Casa da Roda und das Rathausgebäude, welches früher als Artilleriekaserne diente. 


In der Nähe des Forts befinden sich Flüsse, wie der Rio Coa, der in den Douro mündet, und das Gebirge Serra da Estrela, das sich südwestlich von Almeida erhebt. Nicht weit von der Festung entfernt liegt auch die historische Burg Castelo Rodrigo. Besucher können ebenso die Naturschönheiten des Naturparks Arribes del Duero und den Douro, der als einer der Lebensadern der iberischen Halbinsel gilt, entdecken

Die Burg von Alemida- Geschichte


Die heutige Struktur von Almeida geht auf das 17. Jahrhundert zurück, im Zuge der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Portugals. In dieser Zeit wurde die strategische Bedeutung Almeidas erkannt und die Stadt zu einer mächtigen Festungsanlage ausgebaut. Der Ausbau begann 1641 unter Aufsicht des Gouverneurs der Waffen der Provinz Beira, Álvaro Abranches, und wurde Ende des 18. Jahrhunderts unter der Leitung des Grafen von Lippe abgeschlossen.

Almeida spielte eine Schlüsselrolle in den zahlreichen Erbfolgekonflikten des 18. Jahrhunderts. Während der Napoleonischen Kriege im frühen 19. Jahrhundert wurde Almeida auf Befehl der portugiesischen Regierung den napoleonischen Truppen unter General Jean-Andoche Junot übergeben. Nachdem es wieder unter portugiesische Kontrolle kam, wurde Almeida 1810 erneut von den Truppen des französischen Generals André Masséna belagert. Eine Explosion des Pulvermagazins zerstörte die mittelalterliche Burg und einen Teil der Stadt, wodurch über 500 Menschen getötet oder verletzt wurden. Die Belagerung und die Schäden zwangen Almeida zur Kapitulation und die Festung wurde anschließend von den Franzosen besetzt. Einige Monate später wurde Almeida von britischen Truppen belagert, jedoch gelang es den französischen Verteidigern, sich zurückzuziehen und die Festung zu sprengen.

Im 19. Jahrhundert war Almeida während der liberalen Kriege von 1832 bis 1834 erneut ein umkämpfter Ort. Die Stadt wechselte mehrmals zwischen den Absolutisten und Liberalen die Kontrolle, und ihre Kasematten wurden als Gefängnis für 1500 politische Gefangene genutzt.

Im 20. Jahrhundert verlor die Festung 1927 endgültig ihre militärische Funktion. Im August 2009 wurde anlässlich des jährlichen Gedenkens an die Belagerung von Almeida im Jahr 1810 ein historisches Militärmuseum in den ehemaligen Kasematten eröffnet.