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Tauchen auf der Insel Sao Miguel

Tauchen auf São Miguel und den Azoren: Der große Atlantik-Guide


Klares Wasser, schwarze Lavabögen und Begegnungen mit Mantas, Haien und dem größten Fisch der Welt: Tauchen auf São Miguel ist ein Atlantik-Erlebnis der besonderen Art. Hier trifft vulkanische Geologie auf enorme Artenvielfalt. Ruhige Küstentauchgänge treffen auf aufregende Offshore-Abenteuer. Wir zeigen Ihnen die besten Spots, die richtige Reisezeit und alles, was Sie für Ihren Tauchurlaub wissen müssen.

Was das Tauchen auf den Azoren so besonders macht, ist die Mischung. Subtropisches Leben und atlantische Wildheit, sanfte Riffe und weite Blauwasser-Tauchgänge. Für alle, die ursprüngliche Natur, klare Gewässer und echte Wildnis suchen, sind São Miguel und die Nachbarinseln weit mehr als ein Reiseziel. Sie sind ein Fenster in eine erhabene, kraftvolle und zugleich fragile Welt unter der Oberfläche.


Küstentauchen: Lava, Höhlen und Bögen

Die vulkanische Herkunft der Insel prägt die Unterwasserwelt bis heute. Beim Küstentauchen entlang der schwarzen Lavaformationen erwarten Sie beeindruckende Felsbögen, Überhänge, Tunnel und miteinander verbundene Höhlenkammern. Jahrtausendealte Lavaflüsse haben eine dramatische Landschaft geschaffen – geeignet für Einsteiger wie für erfahrene Taucher.

Zwischen dunklem Basaltgestein tummeln sich neugierige Zackenbarsche, Schwärme von Peixes-Rei und farbenprächtige Vejas. In Felsspalten verbergen sich Muränen, Kraken und zahlreiche Nacktschnecken. Schwarze Korallen schmücken die tieferen Bereiche, während Barrakudas und Anthias über den Riffen patrouillieren.

Die gute Sicht und das ganzjährig milde Klima machen das Küstentauchen für alle Erfahrungsstufen attraktiv. Jede Bucht offenbart eine neue Facette dieser lebendigen Unterwasserwelt. Wer noch keinen Tauchschein hat, muss übrigens nicht am Ufer bleiben: Fast alle Tauchbasen auf São Miguel bieten Schnuppertauchgänge ("Discover Scuba") und komplette Kurse an – ein sanfter, sicherer Einstieg unter professioneller Begleitung.


Wracktauchen: das Liberty-Schiff "Dori"

Ein Highlight für Geschichts- und Wrackfans liegt nur wenige Minuten vom Hafen von Ponta Delgada entfernt: das Liberty-Schiff "Dori". Das rund 130 Meter lange Schiff war einst Teil der alliierten Flotte im Zweiten Weltkrieg. Heute ruht es auf dem Meeresboden und zählt zu den beliebtesten Wracktauchgängen der Azoren.

Das Beste daran: Das Wrack liegt in weniger als 20 Metern Tiefe. Damit eignet sich der Tauchgang auch für weniger erfahrene Taucher. Über die Jahrzehnte hat sich die "Dori" in ein künstliches Riff verwandelt. Große Schwärme von Lírios, Barrakudas und Doraden umkreisen die imposanten Stahlstrukturen. Muränen, Kraken und Nacktschnecken haben in den zahllosen Hohlräumen Unterschlupf gefunden. Historische Kulisse und pulsierendes Meeresleben – ein Muss für jeden Wrachfan.


Offshore: Unterwasserberge mit Mantas und Großfisch

Wer das Außergewöhnliche sucht, fährt hinaus. Die abgelegenen Unterwasserberge des Archipels zählen zu den spektakulärsten Großfisch-Revieren im offenen Atlantik.

Berühmt ist die "Baixa do Ambrósio" bei Santa Maria. Der Spot liegt nur rund drei Seemeilen vor der Nordküste und ist damit erstaunlich gut erreichbar. Von Ende Juni bis Mitte Oktober tummeln sich hier normalerweise Gruppen von 12 bis 17 Mantarochen, manchmal sind 40 bis 50 Tiere gleichzeitig zu sehen. Es ist ein tiefer Tauchgang, der zeitweise moderaten bis starken Strömungen ausgesetzt sein kann. Dennoch können ihn auch weniger erfahrene Taucher und sogar Schnorchler unternehmen, denn die meisten bleiben an der Ankerleine zwischen 5 und 15 Metern, wo sich die Tiere ohnehin aufhalten. Der Spot ist ein geschütztes Meeresschutzgebiet.

Ebenso legendär ist der "Banco Princesa Alice" bei Faial und Pico. Der Unterwasserberg liegt rund 45 bis 50 Seemeilen südwestlich der Inseln, mit einer geringsten Tiefe von etwa 29 Metern und so klarem Wasser, dass man den Meeresgrund von der Oberfläche aus erahnen kann. Die Anfahrt per Boot dauert rund zweieinhalb bis drei Stunden – ein Abenteuer für sich, bei dem oft Delfine das Boot begleiten. Benannt ist die Bank nach dem Forschungsschiff von Fürst Albert I. von Monaco, der den Seeberg 1896 auf einer seiner Ozeanografie-Expeditionen entdeckte. In der Saison versammeln sich hier teils Dutzende Mantarochen, die anmutig durch die nährstoffreichen Strömungen gleiten.

Neben Mantas beobachten Sie riesige Schwärme von Thunfischen, Jackfischen, Barrakudas und Bonitos. In der blauen Wassersäule zu schweben, während Tausende Fische in synchronen Bewegungen vorbeiziehen, versetzt selbst erfahrene Taucher in Ehrfurcht.

Ein Hinweis zur Einordnung: Diese Offshore-Seeberge sind wetterabhängig und verlangen in der Regel eine fortgeschrittene Zertifizierung sowie etwas Erfahrung. Fast immer führt eine Abstiegsleine sicher in die Tiefe und hält die Gruppe zusammen. Wer neu dabei ist, sammelt am besten zuerst ein paar Küstentauchgänge – und steigt dann entspannt aufs offene Meer um.


Blauhai-Tauchen: dem schnellsten Jäger des Atlantiks begegnen

Die Azoren gelten weltweit als einer der besten Orte für Blauhai-Tauchen im offenen Meer. Besonders bekannt ist der Unterwasserberg Condor nahe Pico, der auch von Faial aus angefahren wird.

Beim "Blue Water Dive" schweben Sie im freien Wasser, während sich aus der Tiefe elegante Schatten nähern: Blauhaie, neugierig und zugleich respektvoll. Oft begegnen Ihnen fünf bis fünfzehn dieser eindrucksvollen Tiere bei einem Tauchgang. Das Erlebnis findet stets unter professioneller Begleitung und mit großem Respekt gegenüber der Tierwelt statt – ein sicheres, geführtes Abenteuer, kein Nervenkitzel um jeden Preis.


Walhai-Schnorcheln bei Santa Maria

Ein weiteres spektakuläres Erlebnis ist das Walhai-Schnorcheln vor Santa Maria. Die Gewässer der Insel gelten als Hotspot für diese sanften Riesen, die meist von Ende Juli bis in den September vorbeiziehen. Sie können über zehn Meter lang werden.

Begleitet von riesigen Schwärmen aus Thunfischen, Pilotfischen und anderen pelagischen Arten ziehen die Walhaie gemächlich durchs offene Meer. Die Begegnungen finden meist fernab der Küste statt – und halten oft Überraschungen bereit, etwa Delfine oder Meeresschildkröten. Mit dem größten Fisch der Welt im kristallklaren Atlantik zu schnorcheln, gehört zu den emotionalsten Naturerlebnissen, die die Azoren bereithalten.


Noch mehr Weltklasse-Spots

Über die bekannten Ziele hinaus lohnt ein Blick auf zwei weitere Reviere. Das Naturschutzgebiet Formigas und die Dollabarat-Bank liegen rund 20 Seemeilen nordöstlich von Santa Maria im offenen Ozean und gelten vielen als die besten Tauchplätze Europas – hier wurde die höchste Zahl pelagischer Arten der Region dokumentiert. Sie sind ein Ziel für erfahrene Taucher mit etwas Zeit im Gepäck.


Eckdaten: Klima, Wasser und Sicht

Die Azoren liegen im Nordatlantik zwischen Europa und Nordamerika. Durch das gemäßigte maritime Klima und den Einfluss des Golfstroms bleiben die Temperaturen das ganze Jahr über moderat. Die Lufttemperaturen bewegen sich im Schnitt zwischen 13,6 und 22 Grad.

Die wärmsten und trockensten Monate sind Juni bis September/Oktober, mit langen Sonnenperioden. Im Juni und Juli kann es lagebedingt zu Nebel kommen.

Auch das Meer bleibt dank des Golfstroms erstaunlich stabil. Im Winter sinkt die Wassertemperatur auf etwa 16 bis 17 Grad, im Sommer liegt sie bei rund 20 bis 24 Grad; an heißen Tagen sind bis zu 24 bis 25 Grad möglich. Für diese Werte empfiehlt sich ein Nass- oder Halbtrockentauchanzug von 5 bis 7 Millimetern, idealerweise mit Kopfhaube – so bleibt es auch auf tieferen, längeren Tauchgängen angenehm warm.

Die Sicht wechselt im Jahresverlauf. Im Frühling ist sie geringer, wenn Nährstoffe das Wasser grünlich färben und die Durchsicht auf durchschnittlich 10 bis 15 Meter sinkt. Gegen Spätsommer verbessert sie sich deutlich und übertrifft häufig die 30-Meter-Marke – ideale Bedingungen für Fotografie und Großfisch-Begegnungen.


Die beste Zeit zum Tauchen

Die Tauchsaison auf den Azoren reicht insgesamt von April bis Oktober. Die günstigsten Bedingungen bietet der Zeitraum von Juni bis September/Oktober: höhere Luft- und Wassertemperaturen, mehr Sonne, geringere Regenwahrscheinlichkeit, ruhigere See und bessere Sicht. Für die großen Pelagischen – Mantas, Mobulas, Blauhaie und Walhaie – sind die Monate von Juli bis Oktober die klar beste Wahl.


Praktische Infos für Ihren Tauchurlaub

Die Anreise ist unkompliziert. São Miguel erreichen Sie über den internationalen Flughafen João Paulo II (PDL) in Ponta Delgada. Nach Santa Maria geht es von dort per Kurzflug zum Flughafen Vila do Porto (SMA), außerdem bestehen Verbindungen über Lissabon oder Porto.

Vor Ort läuft fast alles bootsbasiert. Die Tauchbasen bieten Ganztagesausfahrten zu den Seebergen, meist mit früher Abfahrt am Morgen und Rückkehr am späten Nachmittag, dazu Nitrox, Leihausrüstung und professionelle Guides. Für die Offshore-Spots empfiehlt sich das Advanced-Brevet plus etwas Erfahrung; Küstentauchgänge und die "Dori" sind auch für Einsteiger geeignet.

Ein letzter, wichtiger Punkt: Buchen Sie in der Hochsaison frühzeitig. Die beliebten Ausfahrten zu Ambrósio und Princess Alice sind stark wetterabhängig und schnell ausgebucht. Wer ein, zwei Puffertage einplant, gleicht mögliche wetterbedingte Absagen entspannt aus – und geht mit größerer Sicherheit ins Wasser.


Verantwortungsvoll tauchen

Viele der schönsten Spots sind ausgewiesene Meeresschutzgebiete. Halten Sie respektvollen Abstand zu den Tieren, berühren Sie nichts und folgen Sie den Anweisungen Ihres Guides. So bleibt dieses erhabene, fragile Ökosystem auch für kommende Generationen erhalten – und jede Buchung bei einem seriösen Anbieter trägt zum Schutz bei.

Häufige Fragen zum Tauchen auf den Azoren

Kann man als Anfänger auf den Azoren tauchen? Ja. Küstentauchgänge entlang der Lavaformationen und das Wrack der "Dori" in unter 20 Metern Tiefe eignen sich gut für Einsteiger. Schnupperkurse und komplette Ausbildungen bieten die Basen auf São Miguel an.

Braucht man für Mantas und Haie einen fortgeschrittenen Schein? Für die Offshore-Seeberge wie Princess Alice oder Formigas ist meist das Advanced-Brevet plus etwas Erfahrung nötig, da diese Tauchgänge tiefer sind und Strömungen auftreten können. Ambrósio ist auch für weniger Erfahrene und sogar Schnorchler machbar.

Wann sieht man Mantas, Blauhaie und Walhaie? Die Hauptsaison für die großen Pelagischen reicht von Juli bis Oktober. Mantas versammeln sich an Ambrósio von Ende Juni bis Mitte Oktober, Walhaie zeigen sich vor Santa Maria vor allem im Hoch- und Spätsommer.

Wie warm ist das Wasser? Im Sommer rund 20 bis 24 Grad, im Winter etwa 16 bis 17 Grad. Ein 5- bis 7-Millimeter-Anzug mit Kopfhaube ist empfehlenswert.

Muss man mehrere Inseln kombinieren? Nicht zwingend. São Miguel bietet Küsten- und Wracktauchen direkt vor der Haustür. Für Mantas an Ambrósio lohnt sich Santa Maria, für Blauhaie und Princess Alice die Inseln Pico und Faial. Viele Taucher verbinden mehrere Inseln zu einer Rundreise.

Ob schwarze Lavabögen, historisches Wrack oder das Ballett der Mantarochen im offenen Blau: Tauchen auf São Miguel und den Azoren schenkt Momente unter Wasser, die man so kein zweites Mal erlebt.

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Eckdaten zum Tauchen auf den Azoren


 Klima:

Die Azoren befinden sich im Nordatlantik zwischen Europa und Nordamerika und genießen durch ihre Lage im gemäßigten maritimen Klima sowie den direkten Einfluss des Golfstroms ganzjährig gemäßigte Temperaturen. Die durchschnittlichen Lufttemperaturen variieren zwischen 13,6°C im Minimum und 22°C im Maximum.

Sommer (Juni bis September/Oktober):

Diese Monate sind die trockensten und wärmsten, mit längeren Sonnenperioden und höheren Lufttemperaturen. Während Juni und Juli können Nebelbildungen aufgrund der Lage der Inseln vorkommen.

Wassertemperatur:

Die Meerestemperatur auf den Azoren bleibt aufgrund des Golfstroms relativ stabil, mit durchschnittlichen Wassertemperaturen von 16°C im Winter und etwa 20,5°C im Sommer, mögliche Höchstwerte können an heißen Tagen 24°C – 25°C erreichen.

Wassersichtbarkeit:

Die Sicht unter Wasser wechselt über das Jahr, sie ist im Frühling geringer, wenn die Nährstoffe im Wasser zu einer grünlichen Färbung führen und die Durchsichtigkeit auf durchschnittlich 10-15 Meter reduziert ist. Gegen Ende des Sommers hingegen verbessert sich die Sicht wesentlich und übertrifft häufig die 30-Meter-Marke, was ausgezeichnet für Unterwasseraktivitäten wie Tauchen ist.

Beste Zeiten zum Tauchen:

Die Sommermonate von Juni bis September/Oktober sind für das Tauchen am günstigsten, da sie eine Kombination verschiedener klimatischer Faktoren bieten (höhere Luft- und Wassertemperaturen, mehr Sonnenschein, geringere Regenwahrscheinlichkeit und milderer Wind), sowie verbesserte Unterwassersichtbarkeiten und eine höhere Anzahl an Pelagischen Spezies.

Die Azoren sind also ein attraktives Reiseziel für Taucher und Outdoor-Enthusiasten, das eine einzigartige Mischung aus mildem Klima, natürlicher Schönheit und einem reichhaltigen und vielfältigen marinen Ökosystem bietet.

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