Touristensteuer auf Madeira
Touristensteuer auf Madeira: was Sie zahlen und was sich 2027 ändert
Funchal (Madeira) – Wer auf Madeira übernachtet, zahlt fast überall eine Touristensteuer. In zehn der elf Gemeinden der Inselgruppe kostet sie 2 € pro Person und Nacht, höchstens für sieben Nächte. Kinder bis zwölf Jahre sind befreit. Funchal will den Satz ab Januar 2027 auf 4 € verdoppeln, der Beschluss ist aber noch nicht endgültig.
Touristensteuer Madeira auf einen Blick
Höhe: 2 € pro Person und Nacht (Stand Oktober 2026)
Maximal: 7 Nächte pro Aufenthalt, also höchstens 14 € pro Person
Befreit: Kinder bis 12 Jahre; dazu weitere Ausnahmen je nach Gemeinde, etwa für medizinische Behandlungen
Wo: in allen Gemeinden außer Porto Moniz
Kreuzfahrt: 2 € pro Passagier bei Ankunft in Funchal, seit Januar 2025
Geplant: 4 € pro Nacht in Funchal ab Januar 2027, derzeit in öffentlicher Anhörung
Bezahlung: meist direkt in der Unterkunft, oft separat vom Zimmerpreis
Was ist die Touristensteuer?
Auf Portugiesisch heißt sie Taxa Municipal Turística. Es ist keine Steuer des Staates, sondern eine Abgabe der einzelnen Gemeinden. Jede Gemeinde legt Höhe, Ausnahmen und Regeln selbst fest. Auf Madeira haben sich die Gemeinden aber weitgehend auf dasselbe Modell geeinigt: 2 € pro Nacht, höchstens sieben Nächte, Kinder bis zwölf Jahre frei.
Den Anfang machte 2017 Santa Cruz, die Gemeinde mit dem Flughafen. Funchal und Calheta folgten im Oktober 2024, die meisten anderen Anfang 2025, São Vicente zuletzt im Frühjahr 2026. Nur Porto Moniz im Nordwesten verzichtet bisher auf die Abgabe. Sie gilt für Hotels genauso wie für Ferienwohnungen und Unterkünfte über Plattformen wie Airbnb.
| Gemeinde | Pro Nacht | Seit |
|---|---|---|
| Santa Cruz | 2 € | 2017 |
| Funchal | 2 € (geplant 4 € ab 2027) | Oktober 2024 |
| Calheta | 2 € | Oktober 2024 |
| Machico, Santana, Ponta do Sol, Ribeira Brava | 2 € | bis Anfang 2025 |
| Câmara de Lobos, Porto Santo | 2 € | 2025 |
| São Vicente | 2 € | April 2026 |
| Porto Moniz | keine | – |
Funchal plant die Verdopplung auf 4 €
Am 1. Oktober 2026 hat die Stadtregierung von Funchal einstimmig beschlossen, die Abgabe pro Übernachtung von 2 auf 4 € zu erhöhen. Ziel ist der Start im Januar 2027. Vorher läuft eine 30-tägige öffentliche Anhörung, danach muss die Gemeindeversammlung zustimmen. Bürgermeister Jorge Carvalho begründete den Schritt mit der wachsenden Belastung durch den Tourismus: „Es ist eine Frage der Aktualisierung.“
Das Geld soll in Stadtreinigung, Wasserversorgung, Straßen und Kultur fließen. Der Bedarf ist real: Laut Stadt muss die Müllabfuhr in manchen Vierteln inzwischen häufiger fahren. Neu sind auch einige Ausnahmen, etwa für Reisende, die wegen Problemen am Flughafen in Funchal festsitzen, und für Patienten mit Begleitperson. Auch die Abgabe für Kreuzfahrtgäste soll laut Berichten auf 4 € steigen.
Die Erhöhung ist umstritten. Die Opposition fordert mehr Transparenz darüber, wofür die Einnahmen ausgegeben werden. Die kleine Partei PTP warnt, Funchal könne als Reiseziel an Attraktivität verlieren. Zum Vergleich: Lissabon verlangt bereits seit 2024 4 € pro Nacht.
Was kostet das in der Praxis?
Weil die Abgabe nach sieben Nächten endet, bleibt sie überschaubar. Spürbar wird sie bei Familien mit älteren Kindern und bei Reisenden, die mehrere Unterkünfte in verschiedenen Gemeinden buchen, denn dann beginnt die Zählung jedes Mal neu.
| Beispiel | Heute (2 €) | Funchal ab 2027 (4 €, geplant) |
|---|---|---|
| Paar, 4 Nächte | 16 € | 32 € |
| Paar, 14 Nächte | 28 € (nur 7 Nächte zählen) | 56 € |
| Familie: 2 Erwachsene, Kinder 14 und 10 Jahre, 7 Nächte | 42 € (Kind mit 10 frei) | 84 € |
| 4 Erwachsene, 7 Nächte | 56 € | 112 € |
Was Reisende über die Abgabe sagen
Die meisten Gäste empfinden die 2 € als überschaubar, gerade im Vergleich zu anderen Städten in Europa. Kritik gibt es trotzdem. Stammgäste und Rentner mit langen Aufenthalten fühlen sich von der angekündigten Verdopplung in Funchal vor den Kopf gestoßen. Andere vermissen sichtbare Verbesserungen und verweisen etwa auf kaputte Gehwege in der Nähe ihrer Hotels.
Bei Kurzreisen fällt die Abgabe kaum ins Gewicht. Bei zehn und mehr Nächten, bei Familien oder bei mehreren Unterkünften lohnt es sich, sie ins Reisebudget einzuplanen.
Praktische Tipps
Vor der Buchung nachfragen: Fragen Sie, ob die Touristensteuer im Preis enthalten ist oder vor Ort extra bezahlt wird, und welcher Satz für Ihren Aufenthalt gilt. Bei Buchungen für 2027 in Funchal ist das besonders wichtig.
Ferienwohnungen: Bei Airbnb und ähnlichen Plattformen steht die Abgabe oft als eigener Posten in der Rechnung oder wird vom Gastgeber vor Ort eingesammelt. Lassen Sie sich eine Quittung geben.
Ausweise bereithalten: Für die Befreiung von Kindern kann die Unterkunft das Geburtsdatum prüfen. Halten Sie die Ausweise der ganzen Familie beim Check-in bereit.
Lange Aufenthalte: Wer länger als eine Woche bleibt, spart, wenn er in derselben Unterkunft bleibt, weil die Abgabe nach sieben Nächten endet. Bei einem Wechsel zählt die neue Unterkunft wieder von vorn. Ideen für Ihre Unterkunft finden Sie unter Unterkunft auf Madeira.
Weitere Abgaben: Die Touristensteuer ist nicht die einzige Gebühr. Für offizielle Wanderwege zahlen Sie seit 2026 in der Regel 4,50 € pro Weg. Was Sie sonst noch einplanen sollten, steht in unserer Madeira Packliste.
Mein Fazit
Die Steuer ist real und wird fast überall erhoben, aber für die meisten Besucher ist sie kein Grund, auf Madeira zu verzichten. Diskussionen gibt es vor allem um die geplante Erhöhung in Funchal. Mein Rat: Fragen Sie vor der Buchung bei der Unterkunft nach, welcher Satz für Ihre Reisedaten gilt.
Kaum relevant ist die Abgabe, wenn Sie eine Woche oder kürzer bleiben, zu zweit reisen oder mit kleinen Kindern unterwegs sind.
Einplanen sollten Sie sie, wenn Sie mit mehreren Erwachsenen oder Teenagern reisen, ab 2027 in Funchal wohnen oder die Unterkunft öfter wechseln. Eine Alternative zum Stadthotel ist eine Ferienwohnung in Câmara de Lobos, nur wenige Kilometer von Funchal entfernt, wo vorerst weiter 2 € gelten.
Häufige Fragen zur Touristensteuer auf Madeira
Wie hoch ist die Touristensteuer auf Madeira?
2 € pro Person und Nacht, höchstens für sieben Nächte. Sie gilt in allen Gemeinden außer Porto Moniz (Stand Oktober 2026).
Steigt die Touristensteuer in Funchal auf 4 €?
Geplant ist es. Die Stadtregierung hat die Verdopplung im Oktober 2026 beschlossen, Start soll im Januar 2027 sein. Nach der öffentlichen Anhörung muss noch die Gemeindeversammlung zustimmen.
Müssen Kinder die Touristensteuer zahlen?
Nein, Kinder bis einschließlich zwölf Jahre sind befreit. Ab 13 Jahren wird die Abgabe fällig.
Zahlen auch Kreuzfahrtgäste?
Ja. In Funchal werden seit Januar 2025 2 € pro Passagier erhoben, der in Funchal an Land geht. Auch dieser Betrag soll laut Berichten steigen.
Stand: Oktober 2026