
Madeira Packliste
Madeira Packliste: weniger Kleidung, die richtigen Schichten
Funchal (Madeira) – Für Madeira packen Sie anders als für einen Strandurlaub im Süden. Auf der Insel liegen Küste und Gipfel nur eine Autostunde auseinander, und am selben Tag erleben Sie Sonne am Meer und Nebel auf über 1.800 Metern. Wichtiger als viel Kleidung sind deshalb gute Schuhe, eine Regenjacke und einige kleine Helfer. Tropenausrüstung brauchen Sie dagegen nicht.
Die 10 wichtigsten Dinge auf einen Blick
Kleidung: T-Shirts, ein Fleece und eine leichte, wasserdichte Jacke mit Kapuze
Schuhe: Trailschuhe mit gutem Profil, bequeme Sneaker, Sandalen und Wasserschuhe
Sonne: Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, Sonnenbrille, Kopfbedeckung
Wandern: Stirnlampe, Trinkflasche, Blasenpflaster, Offline-Karten auf dem Handy
Technik: Powerbank; Steckdosen wie in Deutschland (Typ F, 230 V)
Gesundheit: kleine Reiseapotheke, Mückenschutz, Europäische Krankenversicherungskarte
Geld: Karte plus etwas Bargeld in kleinen Scheinen
Zu Hause lassen: Wintermantel, High Heels, Malaria-Mittel, Wasserfilter
Warum Madeira eine eigene Packliste braucht
Madeira liegt nicht in den Tropen, sondern im subtropischen Atlantik, auf der Höhe von Marokko. An der Südküste ist es das ganze Jahr mild. Doch die Insel steigt steil bis auf 1.862 Meter am Pico Ruivo an, und mit jedem Höhenmeter wird es kühler. Oben auf den Gipfeln kann es zehn Grad kälter sein als in Funchal, dazu kommen Wind und Wolken.
Auch zwischen Norden und Süden schwankt das Wetter. Der Norden fängt die Passatwolken ab und ist feuchter, der Süden liegt im Windschatten. Wer an einem Tag die Levada im Lorbeerwald und abends die Promenade in Funchal plant, braucht Kleidung für beides.
Kleidung: der Zwiebellook schlägt den Koffer voller Outfits
Das bewährte System sind drei Schichten: T-Shirt, Fleece und eine leichte, wasserdichte Jacke mit Kapuze. So kommen Sie an einem Tag von der sonnigen Küste bis in Nebel und Wind auf 1.800 Metern, ohne zu frieren oder zu schwitzen. Ein Regenschirm hilft auf Madeira wenig, denn im Wind klappt er schnell um. Die Jacke dagegen ist bei plötzlichem Regen in den Bergen Gold wert.
Weniger ist mehr. Viele Jeans und „schöne“ Outfits sind auf unebenen Wegen und bei wechselndem Wetter unpraktisch. Bequeme Hosen, die schnell trocknen, eine lange Hose für die Berge und ein gepflegteres Teil für den Abend in Funchal reichen völlig. Eine schwere Winterjacke brauchen Sie an der Küste nie, ein Fleece genügt auch im Winter.
Schuhe: drei Paar reichen
Das wichtigste Paar sind Trail- oder Wanderschuhe mit gutem Profil. Schwere Bergstiefel sind für die meisten Wege nicht nötig, aber viele unterschätzen, wie rutschig nasse Levadas und moosige Steine sind. Dazu kommen bequeme Sneaker für Stadt und Ausflüge sowie Sandalen oder Flip-Flops. High Heels und schwere Boots bleiben besser zu Hause, auf Funchals Kopfsteinpflaster und den steilen Gassen haben Sie wenig Freude daran.
Ein viertes, leichtes Paar lohnt sich trotzdem: Wasserschuhe. In den Naturschwimmbecken von Porto Moniz und an den steinigen Stränden der Insel schützen sie die Füße und geben Halt auf glatten Felsen.
Für Wanderungen auf Levadas und Bergpfaden
Stirnlampe: Einige Levadas führen durch dunkle, niedrige Tunnel. Die Handylampe reicht dort selten, und Sie brauchen beide Hände frei.
Trinkflasche: Eine wiederbefüllbare Flasche gehört in jeden Rucksack. Unterwegs gibt es auf vielen Wegen keine Einkehr, nehmen Sie also genug Wasser mit. Das Leitungswasser auf Madeira können Sie trinken.
Offline-Karten: In den Bergen und Tälern ist der Handyempfang oft schwach. Laden Sie Ihre Routen vorab in Apps wie Maps.me oder AllTrails herunter.
Reservierung statt Ausrüstung: Seit Januar 2026 müssen Sie für die offiziellen PR-Wanderwege vorab ein Zeitfenster über die Plattform SIMplifica buchen, in der Regel für 4,50 € pro Weg. Mehr zu Regeln und Risiken lesen Sie unter Sicherheit und Gesundheit auf Madeira.
Sonne, Strand und Meer
Die UV-Strahlung auf Madeira ist stark, auch bei Wolken und gerade in den Bergen, wo die Luft dünner ist. Packen Sie Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, eine gute Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung ein. After-Sun-Lotion hilft, wenn es doch einmal zu viel war.
Für Strand und Badeanlagen sind Mikrofaser-Handtücher praktischer als große Strandtücher. Sie trocknen schneller, sind leichter und passen in jeden Tagesrucksack. Wer am Meeresschutzgebiet bei Garajau schnorcheln möchte, nimmt Maske und Schnorchel mit oder leiht sie vor Ort.
Die Reiseapotheke: klein genügt
Madeira hat eine gute medizinische Versorgung. In Funchal gibt es ein Krankenhaus mit Notaufnahme, und Apotheken finden Sie in jedem größeren Ort. Eine umfangreiche Notfallapotheke wie für eine Tropenreise brauchen Sie deshalb nicht. Ein kleines Set für die ersten Stunden ist aber sinnvoll, besonders für Wanderungen.
| Wofür | Was einpacken |
|---|---|
| Füße und kleine Wunden | Blasenpflaster, Pflaster, Desinfektionsmittel, elastische Binde, Pinzette |
| Schmerzen und Fieber | Schmerz- und Fiebermittel, z. B. Paracetamol oder Ibuprofen |
| Kurvige Straßen und Boot | Mittel gegen Reiseübelkeit |
| Magen und Darm | Durchfallmittel, Elektrolytpulver |
| Sonne und Stiche | After-Sun, Gel gegen Juckreiz, Mückenspray |
| Persönliche Medikamente | Ausreichender Vorrat, Originalverpackung, Liste mit Wirkstoffen und Dosierung |
Persönliche Medikamente gehören ins Handgepäck, falls der Koffer später ankommt. Wer Insulin, Spritzen oder einen Adrenalin-Pen mitnimmt, sollte eine ärztliche Bescheinigung auf Englisch dabeihaben. Eine Ersatzbrille oder Ersatzlinsen sparen im Ernstfall viel Ärger.
Mückenschutz: klein, aber nicht überflüssig
Malaria gibt es auf Madeira nicht. Seit 2005 lebt in Funchal aber die Gelbfiebermücke Aedes aegypti, die Dengue übertragen kann. 2012 und 2013 erlebte die Insel einen Dengue-Ausbruch mit über 1.000 Fällen, im Januar 2025 wurden zwei einzelne Fälle bei Einheimischen in Funchal bestätigt. Das Risiko für Urlauber ist gering, die Behörden überwachen die Mücke genau.
Ein Mückenspray für Abende auf dem Balkon oder der Terrasse gehört trotzdem ins Gepäck, vor allem von Sommer bis Herbst. Ein Moskitonetz oder imprägnierte Kleidung brauchen Sie dagegen nicht.
Dokumente, Geld und Technik
Papiere: Personalausweis oder Reisepass, die Europäische Krankenversicherungskarte, Ihre Reisekrankenversicherung und für den Mietwagen Führerschein und Kreditkarte. Die wichtigsten Telefonnummern finden Sie unter Notfallnummern auf Madeira.
Bargeld in kleinen Scheinen: Karten werden fast überall angenommen, aber nicht an jedem kleinen Stand, Kiosk oder Parkautomaten. Für Trinkgeld sind Münzen und kleine Scheine praktisch.
Powerbank: Navigation, Fotos und lange Tage unterwegs leeren den Akku schneller als gedacht. Einen Adapter brauchen Sie aus Deutschland und Österreich nicht, die Steckdosen sind dieselben wie zu Hause. Aus der Schweiz passen nur flache Eurostecker, für dreipolige Schweizer Stecker nehmen Sie einen Adapter mit.
Kosmetik: Große Flaschen und mehrere Shampoos können zu Hause bleiben. Alles Nötige bekommen Sie in Supermärkten und Drogerien auf Madeira, und feste Produkte sparen Platz im Handgepäck.
Was Sie zu Hause lassen können
Vieles, was auf Packlisten für Fernreisen steht, ist auf Madeira überflüssig. Malaria-Prophylaxe, Moskitonetz, Wasserfilter und Reinigungstabletten können Sie streichen, besondere Impfungen sind nicht nötig. Auch ein Notfall-Antibiotikum gehört nicht in die Standardapotheke, Ärzte und Apotheken sind gut erreichbar.
Beim Koffer gilt dasselbe: kein Wintermantel, kein Stapel Jeans, keine großen Strandtücher und höchstens drei bis vier Paar Schuhe. Was Sie wirklich vermissen, lässt sich in Funchal fast immer kaufen.
Checkliste für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
Madeira gehört zu Portugal und damit zur EU und zum Schengen-Raum. Für Reisende aus Mitteleuropa ist die Anreise deshalb so einfach wie ein Inlandsflug mit Meerblick. Ein paar Regeln haben sich in den letzten Jahren trotzdem geändert. Diese Liste können Sie vor der Abreise Punkt für Punkt abhaken.
| ✓ | Was | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Vor der Reise | ||
| ☐ | Ausweis | Für Bürger der EU und der Schweiz genügt ein gültiger Personalausweis. Die Airline verlangt ihn beim Einsteigen, auch ohne Grenzkontrolle. |
| ☐ | Krankenversicherungskarte | Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) steht meist auf der Rückseite Ihrer Gesundheitskarte. Sie gilt auch für Versicherte aus der Schweiz. |
| ☐ | Reisekrankenversicherung | Die EHIC deckt keinen Rücktransport nach Hause. Eine private Auslandsreise-Krankenversicherung kostet wenig und schließt diese Lücke. |
| ☐ | Führerschein | Der EU- oder Schweizer Führerschein reicht für den Mietwagen. Für die Kaution brauchen Sie meist eine Kreditkarte. |
| ☐ | Handytarif | Mit einem EU-Vertrag telefonieren und surfen Sie auf Madeira wie zu Hause, die Regel gilt bis 2032. Achtung, Schweizer Tarife sind davon nicht erfasst: Prüfen Sie Ihr Roaming-Paket. |
| ☐ | Wanderwege reservieren | Offizielle PR-Wege seit 2026 nur mit Zeitfenster über SIMplifica, in der Regel 4,50 € pro Weg. |
| ☐ | Mitreisende ohne EU-Pass | Wer aus einem Nicht-Schengen-Land wie Großbritannien anreist, wird seit April 2026 im Einreise-/Ausreisesystem EES mit Fingerabdruck und Foto erfasst. Die Reisegenehmigung ETIAS ist noch nicht in Betrieb. |
| Im Handgepäck | ||
| ☐ | Flüssigkeiten | Planen Sie weiter mit der 100-ml-Regel im durchsichtigen 1-Liter-Beutel. Nur einzelne Flughäfen mit neuen CT-Scannern erlauben mehr, und das oft nicht an allen Kontrollspuren. |
| ☐ | Medikamente | Persönliche Medikamente immer ins Handgepäck. Flüssige Medikamente für den Flug sind von der 100-ml-Regel ausgenommen. |
| ☐ | Powerbank | Gehört nie in den aufgegebenen Koffer. Viele Airlines haben die Nutzung an Bord eingeschränkt, prüfen Sie die Regeln Ihrer Fluggesellschaft. |
| Vor Ort | ||
| ☐ | Notruf | 112 funktioniert wie überall in der EU, auch ohne Guthaben. |
| ☐ | Geld | Bezahlt wird in Euro. Schweizer tauschen am besten nicht vorab, sondern zahlen mit Karte und heben bei Bedarf am Automaten ab. |
| ☐ | Strom | Steckdosen Typ F, 230 Volt wie in Deutschland und Österreich. Schweizer Stecker vom Typ J brauchen einen Adapter, flache Eurostecker passen. |
| Auf dem Rückweg | ||
| ☐ | Madeirawein | Innerhalb der EU gibt es für den Eigenbedarf keine Zollgrenzen, die Richtmenge für Likörweine wie Madeira liegt bei 20 Litern. Flaschen gehören in den Koffer oder werden nach der Sicherheitskontrolle gekauft. Einige Weinhäuser liefern sie Ihnen auch in den Flughafenshop. |
| ☐ | Einfuhr in die Schweiz | Die Schweiz hat engere Freimengen für Alkohol. Madeirawein hat meist über 18 Prozent und fällt in die strengere Kategorie, prüfen Sie die Regeln beim Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit. |
Mein Fazit
Aus der Praxis kann ich sagen: Weniger Kleidung, dafür die richtigen Schichten und gute Schuhe machen auf Madeira den Unterschied. Dazu kommen die kleinen Dinge, die man leicht vergisst: die Regenjacke, die Powerbank, die Trinkflasche und die Blasenpflaster.
Diese Packliste passt zu Ihnen, wenn Sie auf Madeira wandern, Ausflüge in die Berge machen und Stadt und Natur verbinden wollen. Dann sind Zwiebellook, Trailschuhe und Stirnlampe Pflicht.
Weniger wichtig, wenn Sie nur in Funchal bleiben und am Pool entspannen. Dann genügen leichte Sommerkleidung, ein Fleece und Sonnenschutz. Wie Sie ohne Auto auf der Insel vorankommen, lesen Sie unter Unterwegs auf Madeira.
Häufige Fragen zur Madeira Packliste
Brauche ich auf Madeira eine warme Jacke?
Eine dicke Winterjacke nicht. Für die Berge und kühle Abende reichen ein Fleece und eine winddichte Regenjacke darüber, auch im Winter.
Brauche ich einen Steckdosenadapter?
Aus Deutschland und Österreich nicht, auf Madeira gibt es dieselben Steckdosen vom Typ F mit 230 Volt. Aus der Schweiz passen flache Eurostecker, für dreipolige Schweizer Stecker brauchen Sie einen Adapter.
Kann ich das Leitungswasser trinken?
Ja. Eine wiederbefüllbare Trinkflasche ist deshalb sinnvoller als Wasserfilter oder Reinigungstabletten.
Welche Schuhe brauche ich für die Levadas?
Trail- oder leichte Wanderschuhe mit gutem Profil. Schwere Bergstiefel sind für die meisten Wege nicht nötig, glatte Sneaker aber zu rutschig.
Stand: Oktober 2026