Ist Madeira sicher? Sicherheit & Gesundheit
Ist Madeira sicher? Sicherheit, Gesundheit und die echten Risiken
Funchal (Madeira) – Madeira gilt als eines der sichersten Reiseziele Europas. 2025 registrierte die Polizei auf den Inseln 6.630 Straftaten, 3,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Gewalt gegen Touristen ist sehr selten. Die größeren Risiken liegen woanders: auf steilen Straßen, rutschigen Wanderwegen, im Atlantik und beim schnell wechselnden Wetter.
Sicherheit auf Madeira auf einen Blick
Notruf: 112 (Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst)
Gesundheitstelefon: SRS24 unter 800 24 24 20, für Rat in nicht dringenden Fällen
Krankenhaus: Hospital Dr. Nélio Mendonça in Funchal, mit Notaufnahme
Kriminalität: 6.630 registrierte Straftaten 2025, meist Taschen- und Autodiebstahl; Gewaltdelikte selten
Wandern 2026: offizielle PR-Wege nur mit Online-Reservierung über SIMplifica, 4,50 € pro Weg und Person
Impfungen: keine besonderen nötig, Standardimpfungen sollten aktuell sein
Wetterwarnungen: IPMA (ipma.pt) und die App Prociv Madeira
Alle wichtigen Telefonnummern zum Ausdrucken finden Sie auf unserer Seite Notfallnummern auf Madeira.
Wie sicher ist Madeira wirklich?
Die Zahlen sprechen für die Insel. Im Jahr 2024 lag die Kriminalitätsrate auf Madeira laut regionalem Statistikamt deutlich unter dem portugiesischen Durchschnitt von 33 Straftaten pro 1.000 Einwohner. 2025 sank die Zahl der registrierten Delikte weiter, auf 6.630. Gewaltdelikte blieben mit 212 Fällen praktisch auf dem Niveau des Vorjahres, und sie richten sich fast nie gegen Urlauber.
Gut die Hälfte aller Straftaten passiert in Funchal, wo auch die meisten Menschen leben und die meisten Touristen unterwegs sind. Typisch sind Taschendiebstahl in vollen Ecken wie rund um die Markthalle von Funchal und Aufbrüche von Mietwagen an beliebten Wanderparkplätzen. Die ruhigste Gemeinde der Insel ist Ponta do Sol an der Westküste.
Abends können Sie sich in Funchals Zentrum, an der Promenade und in der Altstadt entspannt bewegen. Dort sind bis spät Menschen unterwegs, Restaurants und Bars haben geöffnet. In dunklen, leeren Seitenstraßen gilt, was in jeder Stadt gilt: Wertsachen nicht offen zeigen und lieber ein Taxi nehmen.
[PERSÖNLICH: Ihr eigener Eindruck von Funchal am Abend – wo Sie unterwegs waren und wie es sich angefühlt hat]
Das größte Risiko: die Straßen
Wer auf Madeira ein Auto mietet, fährt durch eine Gebirgslandschaft. Die Schnellstraße an der Südküste ist gut ausgebaut, mit vielen Tunneln. Abseits davon werden die Straßen schnell eng und steil, mit Haarnadelkurven, starken Steigungen und stellenweise ohne Leitplanke. In den Bergen kann innerhalb von Minuten dichter Nebel aufziehen.
Fahren Sie deshalb defensiv, lassen Sie Einheimische ruhig überholen, und schalten Sie bergab in einen niedrigen Gang, damit die Bremsen nicht überhitzen. Wenn Sie sich unsicher fühlen, bleiben Sie auf den Hauptstraßen oder nutzen Sie den Bus. Was Sie zu Mietwagen, Bus und Taxi wissen sollten, lesen Sie unter Unterwegs auf Madeira.
Wandern auf Levadas und Bergpfaden
Die Levadas sind Madeiras größter Schatz für Wanderer, aber sie verlangen Respekt. Viele Wege verlaufen schmal am Rand steiler Hänge, Steine und Wurzeln sind nach Regen glitschig, und in Tunneln brauchen Sie eine Lampe. Nach Unwettern, Steinschlag oder Waldbränden werden Wege oft für Wochen gesperrt.
Seit dem 1. Januar 2026 gilt für alle offiziellen Wanderwege mit der Kennung PR eine Reservierungspflicht. Sie buchen vorab ein Zeitfenster über die Plattform SIMplifica der Regionalregierung und zahlen in der Regel 4,50 € pro Weg und Person. Wer sich nicht an die Regeln hält, riskiert hohe Bußgelder. Den aktuellen Zustand jedes Weges zeigt eine Karte auf visitmadeira.com: offen, eingeschränkt oder gesperrt.
Baden im Atlantik
Madeira hat kaum flache Sandstrände. Die meisten Buchten sind steinig, das Wasser wird schnell tief, und der offene Atlantik bringt Wellen und Strömungen, die man vom Ufer aus unterschätzt. An Felsküsten kommen glatte Steine und brechende Wellen hinzu, unter Steilwänden auch Steinschlag.
Am sichersten baden Sie in den Meeresschwimmbädern und Badeanlagen, den sogenannten Lidos, und an Stellen mit Rettungsschwimmern. Achten Sie dort auf die Flaggen: Rot heißt Badeverbot, Gelb heißt nicht schwimmen, nur ins Wasser gehen. Bei hohem Wellengang bleiben Sie den Felsen fern, auch wenn Einheimische dort sitzen.
Gesundheit: gute Versorgung, wenig Risiken
Das wichtigste Krankenhaus ist das Hospital Dr. Nélio Mendonça in Funchal mit einer rund um die Uhr geöffneten Notaufnahme. Ein neues Zentralkrankenhaus ist im Bau; bis es fertig ist, bleibt das alte Haus in Betrieb. Außerhalb von Funchal übernehmen Gesundheitszentren die Notfallversorgung, einige davon rund um die Uhr, etwa in Machico, Calheta, São Vicente und auf Porto Santo.
Tropenkrankheiten wie Malaria gibt es nicht, und für die Einreise sind keine besonderen Impfungen nötig. Reisende aus der EU nehmen die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) mit, die meist auf der Rückseite der Gesundheitskarte steht. Eine private Reisekrankenversicherung mit Rücktransport ist trotzdem sinnvoll.
Häufiger als jede Krankheit sind Sonnenbrand und zu wenig Trinken. Die Sonne brennt auf Madeira auch durch Wolken kräftig, besonders in den Bergen. Bei Fragen hilft die Gesundheitshotline SRS24 unter 800 24 24 20, und in Apotheken bekommen Sie viele Medikamente und eine erste Beratung.
Typische Risiken und wie Sie vorbeugen
| Bereich | Risiko | Was Sie tun können |
|---|---|---|
| Wandern | Rutschige Wege, Absturz, Nebel, gesperrte Wege | Weg auf SIMplifica reservieren, Status prüfen, feste Schuhe, nicht allein, früh starten, Wasser und Lampe mitnehmen |
| Meer und Küste | Strömung, hohe Wellen, Steinschlag | In Lidos oder an bewachten Stellen baden, Flaggen und Schilder beachten |
| Autofahren | Enge, steile Straßen, Nebel | Defensiv fahren, niedriger Gang bergab, im Zweifel Hauptstraßen |
| Sonne | Sonnenbrand, Hitzschlag | Hoher Lichtschutzfaktor, Hut, viel trinken |
| Wetter | Schneller Wechsel zu Regen, Wind, Nebel | Warnungen von IPMA prüfen, Pläne flexibel halten |
| Diebstahl | Taschendiebe, Autoaufbrüche | Nichts sichtbar im Auto lassen, Tasche vorn tragen |
Praktische Tipps
Auto leer lassen: An beliebten Wanderparkplätzen sollte nichts im Wagen liegen, auch keine leere Tasche. Ein sichtbar leeres Auto lädt niemanden ein.
Wetter in den Bergen ernst nehmen: Unten in Funchal kann die Sonne scheinen, während oben Nebel und Regen herrschen. Bei Wetterwarnung der Stufe Orange oder Rot verschieben Sie Bergtouren.
Ohne Auto unterwegs: In Funchal kommen Sie mit dem Stadtbus gut voran. Für Ausflüge in die Berge sind geführte Touren mit Transfer eine entspannte Alternative zum Mietwagen.
Nummern speichern: 112 für Notfälle und 800 24 24 20 für die Gesundheitshotline gehören vor der Reise ins Handy. [PERSÖNLICH: Ihre eigene Empfehlung oder ein Fehler, den Sie selbst gemacht haben]
Mein Fazit
Madeira passt zu Ihnen, wenn Sie ein entspanntes, sicheres Reiseziel suchen, auch allein, mit Kindern oder für einen längeren Aufenthalt. Mit normaler Vorsicht auf Straßen, Wegen und im Meer bleibt das Risiko gering.
Vorsicht ist geboten, wenn Sie ungeübt auf Bergstraßen sind oder Höhenangst haben. Dann lassen Sie das Auto stehen und planen mit Bus und Touren: mehr dazu unter Unterwegs auf Madeira.
Häufige Fragen zur Sicherheit auf Madeira
Ist Madeira für Alleinreisende sicher?
Ja. Gewalt gegen Touristen ist sehr selten, und auch abends sind die belebten Viertel von Funchal unproblematisch. Allein wandern sollten Sie aber nur auf einfachen, gut besuchten Wegen.
Welche Notrufnummer gilt auf Madeira?
Wie in ganz Portugal und der EU die 112. Für Gesundheitsfragen ohne akuten Notfall gibt es die Hotline SRS24 unter 800 24 24 20. Weitere Nummern stehen auf unserer Seite Notfallnummern auf Madeira.
Brauche ich für Wanderungen eine Reservierung?
Für die offiziellen PR-Wanderwege ja. Seit Januar 2026 reservieren Sie vorab ein Zeitfenster über SIMplifica und zahlen in der Regel 4,50 € pro Weg und Person.
Brauche ich Impfungen für Madeira?
Nein, besondere Impfungen sind nicht nötig. Die üblichen Standardimpfungen wie Tetanus und Masern sollten aber aktuell sein.
Stand: Oktober 2026