Garajau: Madeiras Christus-Statue
Cristo Rei Garajau: Madeiras Christus-Statue über dem Atlantik
Garajau (Madeira) – Auf einer Landspitze östlich von Funchal steht seit 1927 eine Christus-Statue, die aufs offene Meer blickt. Sie ist vier Jahre älter als der berühmte Cristo Redentor in Rio de Janeiro. Die Statue gehört zur Gemeinde Caniço und ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Ostküste. Derzeit ist sie allerdings für Besucher gesperrt.
Cristo Rei auf einen Blick
Wo: Ponta do Garajau, Gemeinde Caniço, Kreis Santa Cruz – rund 10 km östlich von Funchal
Eingeweiht: 30. Oktober 1927 – 2027 wird die Statue 100 Jahre alt
Künstler: der französische Bildhauer Georges Serraz
Zugang: Statue wegen Bauschäden für Besucher gesperrt (Stand Oktober 2026)
Eintritt: frei
Gleich nebenan: Seilbahn zur Praia do Garajau, Sommer 10–20 Uhr, Winter 10–18 Uhr (Stand Oktober 2026)
📍 Cristo Rei auf Google Maps öffnen
Was ist der Cristo Rei von Garajau?
Die Statue zeigt Christus mit ausgebreiteten Armen, den Blick nach Süden auf den Atlantik gerichtet. Gewidmet ist sie dem Heiligsten Herzen Jesu. Bezahlt und in Auftrag gegeben hat sie Aires de Ornelas, ein Sohn des letzten Gutsherrn von Caniço. Entworfen hat sie der französische Bildhauer Georges Serraz.
Eingeweiht wurde sie am 30. Oktober 1927. Am selben Tag öffnete auch die Straße, die vom Ortsteil Cancela hinunter zur Landspitze führt. Damit ist die Statue älter als ihre berühmten Verwandten, den Cristo Redentor in Rio (1931) und den Cristo Rei in Almada gegenüber von Lissabon (1959).
In Caniço ist man stolz auf diese Reihenfolge. „Wir haben das älteste Cristo-Rei-Monument der Welt“, sagt Milton Teixeira, Präsident der Junta de Freguesia do Caniço.
Der Blick von der Ponta do Garajau
Die Landspitze ragt weit ins Meer und schließt die Bucht von Funchal nach Osten ab. Von hier sehen Sie im Westen einen Teil der Bucht, im Osten die Hotels von Caniço de Baixo und bei klarer Sicht die Ilhas Desertas am Horizont. Unter Ihnen liegt das Meeresreservat von Garajau mit seinem auffallend klaren Wasser.
Für mich ist das hier ein stiller, fast spiritueller Ort. Der Wind kommt vom Meer, der Blick geht weit hinaus, und zur goldenen Stunde liegt ein weiches Licht über der Statue. Viele Besucher setzen sich einfach hin und sagen eine Weile gar nichts.
Warum die Statue gesperrt ist
Der Zahn der Zeit nagt an dem fast hundert Jahre alten Monument. Wegen seines schlechten Zustands ist es für Besucher gesperrt. Im August 2026 besuchten Vertreter von Gemeinde und Kreis die Statue und forderten die Regionalregierung zum Handeln auf.
Das Problem ist die Zuständigkeit. Das Gelände ist in Privatbesitz, und Kreis Santa Cruz und Regionalregierung schieben sich die Verantwortung für die Sanierung gegenseitig zu. Eine Lösung war im Oktober 2026 noch nicht in Sicht. Bis zum 100. Geburtstag am 30. Oktober 2027 bleibt ein Jahr.
So kommen Sie zum Cristo Rei
Mit dem Auto: Über die Schnellstraße VR1 Richtung Osten, dann der Beschilderung Garajau / Cristo Rei folgen. An der Landspitze gibt es einen Parkplatz mit mehreren Dutzend Plätzen. Mehr zum Fahren auf der Insel lesen Sie unter Mietwagen auf Madeira.
Mit dem Bus: Von Funchal fährt die Linie 136 über Garajau. Fahrpläne und Haltestellen finden Sie auf unserer Seite Busse an Madeiras Ostküste.
Meine Empfehlung: Kommen Sie am späten Nachmittag. Dann steht das Licht schön über dem Meer, und der Ausflug lässt sich gut mit einer Fahrt hinunter an den Strand verbinden.
Unterhalb der Statue: Seilbahn, Strand und Meeresreservat
Gleich neben der Landspitze führt seit 2007 eine kleine Seilbahn rund 200 Meter die Klippe hinunter. Schon diese kurze Fahrt hat mir Gänsehaut gemacht. Unten liegt die Praia do Garajau, ein geschützter Kieselstrand, der sich an ruhigen Tagen fast privat anfühlt. Die anderen Bahnen der Insel stellen wir unter Seilbahnen auf Madeira vor.
Das Wasser gehört zur Reserva Natural Parcial do Garajau, seit 1986 das erste reine Meeresschutzgebiet Portugals. Beim Schnorcheln hatte ich das Gefühl, durch ein lebendes Aquarium zu schwimmen. Strand, Seilbahn und Reservat beschreiben wir ausführlich auf der Seite über Garajau, Tauchgänge auf der Seite Tauchen auf Madeira.
Praktische Tipps
Wind einplanen: Die Landspitze liegt frei, und vom Meer weht oft eine kräftige Brise. Eine leichte Jacke schadet auch an warmen Tagen nicht.
Übernachten in der Nähe: Wer hier wohnen möchte, findet die passenden Häuser auf unserer Seite Hotels in Caniço.
Mehr im Osten: Welche Orte und Aussichtspunkte sich an der Küste noch lohnen, zeigt unser Überblick über Madeiras Ostküste. Alle großen Ziele der Insel finden Sie unter Madeira Sehenswürdigkeiten.
Mein Fazit
Der Cristo Rei ist für mich weniger ein Monument zum Abhaken als ein Ort zum Innehalten. Die Brise, der weite Blick über den Atlantik und das weiche Abendlicht machen ihn für mich zu einem der ruhigsten Plätze an der Südküste.
Lohnt sich, wenn Sie in Caniço oder Funchal wohnen, Aussichtspunkte und Fotos lieben oder den Besuch mit Seilbahn und Strand verbinden.
Eher nicht, wenn Sie extra wegen der Statue anreisen, solange sie gesperrt ist. Den spektakuläreren Blick über die Südküste haben Sie derzeit am Cabo Girão.
Häufige Fragen zum Cristo Rei
Ist der Cristo Rei auf Madeira älter als die Statue in Rio?
Ja. Die Statue in Garajau wurde am 30. Oktober 1927 eingeweiht, der Cristo Redentor in Rio de Janeiro erst 1931.
Kann man die Statue derzeit besichtigen?
Nein. Wegen Bauschäden ist sie für Besucher gesperrt (Stand Oktober 2026). Wann sie wieder öffnet, ist offen.
Wer hat den Cristo Rei gebaut?
Entworfen hat ihn der französische Bildhauer Georges Serraz. Finanziert hat ihn Aires de Ornelas, Sohn des letzten Gutsherrn von Caniço.
Kostet der Besuch Eintritt?
Nein, für die Statue wird kein Eintritt verlangt. Kosten fallen nur für die Seilbahn hinunter zum Strand an.
Wie weit ist es von Funchal?
Rund zehn Kilometer. Mit dem Auto sind Sie über die VR1 in etwa einer Viertelstunde dort.
Stand: Oktober 2026